Im Pfad der Totalität
Ihr Beobachtungsguide für Galicien, Asturien und die Kantabrische Küste
Der erste Schatten
In Galicien trifft der Schatten des Mondes auf das spanische Festland, die erste Totalität auf dem europäischen Festland seit 1999. Entlang der Atlantikküste können Beobachter zusehen, wie der Schatten selbst über den Ozean heranzieht, bevor er eintrifft, und nirgendwo sonst in Spanien verbindet sich dieses Schauspiel mit Meereshorizonten und der angenehmsten Sonnenhöhe des spanischen Pfads. Von hier aus fegt der Kernschatten nach Osten über Asturien und Kantabrien bis ins Baskenland.
- 1.
- Auftreffen auf das europäische Festland seit 1999
- 10 bis 12°
- Sonnenhöhe, die höchste in Spanien
- ≈ 20:27 Uhr
- Totalität, MESZ
- 1 Min. 50 Sek.
- längste Totalität, Castro de Coaña
Die zusätzliche Höhe verschafft Spielraum: Lokale Hindernisse fallen hier weniger ins Gewicht als irgendwo sonst auf dem Pfad, und die Wahl des Standorts ist weniger eingeschränkt. Der Preis ist der Himmel selbst. Dies ist die wetterempfindlichste Region auf der Finsternisbahn des spanischen Festlands: Sie liegt unter der feuchten Atlantikluft des Golfs von Biskaya, die die Küste selbst an sonst strahlenden Sommertagen in tiefe Wolken hüllen kann.
Wo man die Finsternis sieht
Sechzehn Orte, von den galicischen Kaps bis zu den kantabrischen Stränden. Die Küstenorte stellen einen auf Klippen, Landzungen und Leuchttürme mit offenen Atlantikhorizonten; die Orte im Landesinneren tauschen den Ozean gegen bessere Chancen auf einen klaren Himmel. Was man auch wählt, man sollte einen Rückfallplan im jeweils anderen Lager bereithalten.
- Klarer Himmel
- Horizontschwierigkeit
- Mobilität
- Andrang
Galicien
Kaps, Leuchttürme und der erste Schatten. Die äußersten Ecken im Nordwesten sammeln fast zwei Minuten, mit nichts als Ozean vor sich.
Asturien
Die längsten Totalitäten der Region, verteilt auf wilde Landzungen, Stadtparks und Gebirgspässe mit Panoramablick nach Nordwesten.
Kantabrien und der Rand der Picos
Hoch gelegene Aussichtspunkte über den Picos de Europa und die letzten Sandstrände der Region vor dem Rand des Pfads.
Anreise und Fortbewegung
Die Küste ist gut angebunden: A Coruña, Oviedo, Santander und Bilbao bieten starke Verkehrsverbindungen und reichlich Unterkünfte. Doch die Geografie prägt jede Fahrt: Die Küstenlinie ist zerklüftet und zergliedert, und Entfernungen, die auf der Karte kurz wirken, ziehen sich entlang von Klippen und kurvigen Küstenstraßen. Im Landesinneren, südlich der Berge, öffnet sich das Gelände zu weiteren Tälern, wo die Straßen schneller laufen und sich die Horizonte weiten.
Ein Auto zählt hier mehr als irgendwo sonst in Spanien, denn dies ist die eine Region, in der Mobilität eine Strategie ist und nicht bloß eine Bequemlichkeit. Man sollte im Voraus sowohl eine Option an der Küste als auch eine im Landesinneren festlegen und kleineren Orten an der Küste und auf dem Land den Vorzug geben, wo Horizont und Fluchtwege beide stark sind.
Wetter und Klima
Die ehrlichen Zahlen: Diese Küste hat das unzuverlässigste Wetter entlang des spanischen Pfads. Feuchte Atlantikluft aus dem Golf von Biskaya bringt häufig tiefe Wolken, die tagelang an der Küste liegen bleiben können, und eine Kaltfront im August ist nicht unbekannt. Zwischen den Wetterlagen jedoch kann sich der Himmel rasch aufklaren, und die Rettung der Region steht direkt hinter den Stränden: Das Kantabrische Gebirge trennt oft die wolkige Küstenluft vom klaren Himmel des Landesinneren.
Der Tag der Finsternis
Die Totalität überquert die Region zwischen etwa 20:26 und 20:30 Uhr MESZ, mit der Sonne 10 bis 12 Grad hoch im Westen, die verzeihendste Geometrie Spaniens. Man beginnt den Tag mit Satellitenbildern und der Wolkenbewegung über dem Atlantik und legt sich am späten Nachmittag fest.
- Morgen, 12. Aug.Den Atlantik lesen
Auf den Satellitenbildern beobachten, ob Wolken aus dem Golf von Biskaya heranströmen. Zieht es an der Küste zu, sollte man den Wechsel nach Süden über die Berge früh einplanen.
- Nachmittag, 12. Aug.Küste oder Landesinneres wählen
Klare Küste: die Klippen nehmen und nach dem Schatten Ausschau halten, der über den Ozean heranrast. Bewölkte Küste: Die Hochebenen im Landesinneren geben den Meerblick auf, behalten aber die Sonne.
- ≈ 20:27 Uhr MESZTotalität
Bis zu einer Minute und 50 Sekunden Dunkelheit, mit der Korona über dem Atlantik von den Küstenstandorten aus.
- Nach der TotalitätDie lange Dämmerung
Die partiell verfinsterte Sonne sinkt langsam dem Meer entgegen. Küstenorte lassen das Schauspiel bis zum Sonnenuntergang weitergehen.
Niedrige Sonne
Die Sonne wird niedrig am Himmel stehen. Bäume, Gebäude und Hügel können die Sicht beeinflussen, daher sind offene Standorte wichtiger.
Das Fazit
Man kommt hierher für die Ankunft: den ersten Schatten auf dem europäischen Festland, der über den Atlantik auf Klippen und Leuchttürme zurast. Das Wetter wird Flexibilität verlangen und vielleicht eine Fahrt über die Berge, doch mit der höchsten Sonne Spaniens und derart offenen Horizonten gilt: Wenn diese Region liefert, dann liefert sie das ganze Schauspiel.